gewaltfrei-leipzig.de
Angebote zur Gewaltfreien Kommunikation
nach Marshall B. Rosenberg

Gewaltfreiheit entfaltet sich in Gemeinschaften

Gemeinschaft bedeutet mir Verletzlichkeit, Offenheit für den anderen, Wunsch berührt zu werden und zu berühren. Durch Gemeinschaft hoffe ich dem Einssein näher zu kommen - das Andere in mir zu fühlen und mich in dem Anderen zu erkennen.

Für mich hat Gewaltfreie Kommunikation das Zusammensein mit anderen in mehrerer Hinsicht bereichert: ich kann leichter erkennen und zulassen, was in mir lebendig ist, so dass ich mich zeigen kann; ich kann besser mit Aussagen umgehen, die mich verletzen, so dass ich mich weniger schützen muss; das Verbindende zwischen mir und anderen offenbart sich mir schneller. Weiter erleichtert es mir das Zusammensein, wenn die Anderen auch in einer gewaltfreien Haltung sind - dann kann ich spontaner sprechen und besser bei mir bleiben.

Seit Anfang 2010 praktizieren wir in einem offenen Kreis mit stabilem Kern den Prozess der Gemeinschaftsbildung (community building - CB) nach Scott Peck. Dabei erlebe ich mich und die anderen unmittelbar – ihren Ärger und ihre Freude, ihre Verurteilungen und ihre Liebe. Was dabei für mich immer wieder neu entsteht, ist das Spüren der Einheit, der Gemeinschaft zwischen uns und in mir. Oft, wenn ich in mich lausche, höre ich in mir ähnliche Gedanken und Gefühle wie die gerade von jemand anderem geäußerten – auch, wenn ich diese Gedanken gerade innerlich oder offen verurteilt habe.

Dabei praktizieren wir diesen Prozess immer ohne Leitung und meist ohne vorbestimmte Themen, sondern warten auf das, was jeweils im Moment lebendig wird. Wir besprechen aber auch konkrete Anliegen – ohne Struktur und Tagesordnung, sondern nur von dem bewegt und berührt, was gerade da ist (zum Beispiel haben wir so die Teamsitzungen der Sommerfreizeit 2011 sowie die Vorbereitungen und die Sommergemeinschaft 2012 gestaltet).

Für mich ist noch ein weiterer Zusammenhang zwischen Gemeinschaft und Gewaltfreiheit wichtig: Um die strukturelle und kulturelle Gewalt in unserer Gesellschaft zu verändern, brauchen wir Gemeinschaften, in denen wir Gewaltfreiheit üben. So können wir uns gegenseitig individuell stärken, aber auch eine neue Kultur schaffen, um gemeinsam zur Überwindung struktureller Gewalt beitragen zu können. Der Prozess der Gemeinschaftsbildung, so wie ich ihn erlebe, ist für mich ein Ort gewaltfreier Kultur.

Hier noch kurz Scott Pecks wesentliche Empfehlungen für den Prozess der Gemeinschaftsbildung (eine vollständige Liste gibt's hier):
  • Sprich von Dir und Deiner momentanen Erfahrung.
  • Erforsche Dich, doziere nicht.
  • Sprich in der ICH – Form.
  • Schließe ein – vermeide auszuschließen, auch Dich selber.
  • Sei emotional anwesend.
  • Versuche nicht zu heilen oder zu therapieren, indem Du Ratschläge gibst.
  • Erkenne den Wert von Stille und Schweigen.
  • Geh ein Risiko ein.
Ihr seid herzlich zu unseren Treffen eingeladen!
Bei Interesse an der Teilnahme an unseren CB-Treffen, die zur Zeit unregelmäßig stattfinden, schicke mir doch einfach eine mail: mail@gewaltfrei-leipzig.de

Links zu zwei befreundeten Gemeinschaften, die CB praktizieren und auch CB-Seminare anbieten:
Impressum | Gestaltung | letzte Aktualisierung am 26.10.2013